Psychische Belastung bei Pflegekräften – wer pflegt die Pflege?

Eine erhöhte psychische Belastung ist in der gesamten Bevölkerung zu verzeichnen. Besonders schwerwiegend leiden Arbeitskräfte in der Pflege unter psychischen Belastungen. Erschöpfungszustände und Folgeerkrankungen (wie z.B. Burnout) gehören hier zum Alltag.

Pflege ist allerdings nicht gleich Pflege. Eine hohe Belastung verspüren dementsprechend Pfleger/innen in der Palliativpflege (Afilio, 2019). Der tägliche Kontakt mit dem Tod und hinterbliebenen Angehörigen belastet die Pflegekräfte besonders. Die geringste Belastung, laut angegebener Studie, empfinden Pfleger/innen in der ambulanten Pflege sowie Verwaltungs- und Leitungskräfte in der Pflege (Afilio, 2019). Hinzu kommen die Arbeitszeiten. Schicht- (72 Prozent), Nacht- (52 Prozent) und Feiertagsdienste kennen Pflegekräfte nur zu gut (Bundesgesundheitsministerium, 2017).

Die psychische Belastung und zusammenhängende Erkrankungen beeinflussen den Arbeitsalltag enorm. Mit 38,9 Tagen ist der Krankheitsausfall bei psychischen Erkrankungen erheblich höher als der bei anderen (bakteriellen) Erkrankungen, welcher ca. 13,2 Tage beträgt (BKK Gesundheitsreport, 2019).

Die Belastung macht sich zusätzlich durch die kurze Verbleibzeit im Beruf bemerkbar (Doppelfeld, 2013). Der Wechsel von Arbeitsplatz und Tätigkeitsbereichen ist in der Pflege besonders groß. Durch unterschiedliche Belastungen ist der Wunsch nach einem Wechsel hoch, leider hilft das Jobhopping nur bedingt und der nächste Einsatz könnte eine zusätzliche Belastung bedeuten.

Es muss allerdings nicht zu diesem unwiderruflichen Punkt von Krankheiten und Jobwechseln kommen. Durch gezielte Maßnahmen lässt sich ein gewisser Teil des Drucks bei dem Personal verringern. Indem die individuellen Belastungen für das Pflegepersonal gesenkt werden und die Arbeitsressourcen erhöht werden, lässt sich die psychische Erkrankungswelle von Pflegekräften minimieren. Dadurch profitieren nicht nur die Arbeitskräfte. Ausgewogene und zufriedene Mitarbeiter arbeiten engagierter und effizienter. Daraus resultiert ein Gewinn für beide Seiten.

 

Quellen:

https://www.dgsf.org/service/wissensportal/psychische-belastung-von-pflegekraeften

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Pflege/Praxisseiten_Pflege/10.0.1_Service_Material.pdf

https://www.afilio.de/post/nachrichten/pflegekraefte-studie#:~:text=In%20der%20Regel%20besuchen%20Pflegekr%C3%A4fte,erlebter%20Arbeitsalltag%20eine%20gr%C3%B6%C3%9Fere%20Rolle.

https://www.psyga.info/psychische-gesundheit/daten-fakten

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